Beratung und Psychotherapie bei Angehörigen

Rolf D. Hirsch, Bonn

Angehörige leiden in unterschiedlichster Weise an Konflikten mit ihren Eltern oder ihrem Partner. Diese können durch soziale und finanzielle Schwierigkeiten noch verstärkt werden. Der Umgang mit psychisch kranken alten Menschen (Depression, Demenz) kann psychisch sehr belastend sein. Hoffnungslosigkeit, Angst nicht genug zu tun, immer für den Kranken da sein sein zu müssen, voll verantwortlich für ihn zu sein, Einsamkeit, soziale Isolation sowie die Veränderung der kranken Person und Beziehung können den Angehörigen in eine schwere psychische Krise führen. Meist beginnt diese schleichend. Manchmal nehmen Angehörige unbewusst auch Symptome des Kranken („Co-Depressiver“, „Co-Dementer“) an, sodass die Beziehung zunehmend destruktiv und auch gewalttätig werden kann. Gab es im Lebenslauf mit der kranken Person Kränkungen und massive Probleme können diese beim Angehörigen zu erheblichen Selbstvorwürfen, Schuld-, Hass-. oder Rachegefühlen führen. Hilfreich kann hierbei die Psychotherapie durch persönliche Beratung sowie eine psychotherapeutische Behandlung einzeln, zu zweit oder in einer Gruppe sein. Im psychotherapeutischen Prozess kann der Angehörige die Problematik zwischen Nähe und Distanz erleben, sowie eigene Bedürfnisse fühlen, Selbstwertgefühl stabilisieren und eine reifere Beziehung zulassen.

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